Pressestimmen

 

Hier finden Sie Hintergrundwissen zu Vorträgen und Seminaren aus Journalen und Tagespresse, die nach Abstimmung mit der jeweiligen Redaktion veröffentlicht werden:

aus der Rheinischen Post:

Luzides Träumen

Herrscher über die eigenen Träume werden

zuletzt aktualisiert: 15.09.2008 - 10:58

Düsseldorf (RPO). Selbst bestimmen was in den eigenen Träumen passiert – mit etwas Übung ist das möglich. So kann im Schlaf das Fliegen erprobt oder eine sexuelle Fantasie ausgelebt werden. Aber auch Albtraum- und Phobiebewältigung ist denkbar.

 

Schweißgebadet und schnellatmig liegt man im Bett. Ein Albtraum hat den Schlaf frühzeitig beendet. Eine Situation, die jeder schon einmal erlebt hat. Es muss jedoch erst gar nicht so weit kommen. Morpheus, Gott der Träume, kann ausgetrickst werden. Wie wäre es denn, die Albtraumgegner im Schlaf zu bekämpfen, sich dem nächtlichen Verfolger ganz bewusst zu stellen und so den Traumablauf selbst zu bestimmen? Luzides Träumen, oder auch Klarträumen genannt, kann dies und noch vieles andere möglich machen.

Klarträumen – was ist das?

Bei Klarträumen handelt es sich nicht etwa um Tagträumereien oder bildliche Vorstellungen während des Eindösens. Vielmehr geht es darum, dass den Schlafenden beim Träumen bewusst wird, dass sie gerade träumen. Luzide Träume sind für viele Menschen nichts Unbekanntes. „Etwa 20 Prozent aller Menschen können sich an derartige Traumerlebnisse erinnern“, berichtet Michael Schredl vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim.

In lang anhaltenden Klarträumen sind die Schlafenden teilweise sogar in der Lage die Geschehnisse im Traum bewusst zu steuern und gezielt Handlungen auszuführen. Oftmals ist die Erlebnisqualität dann auch intensiver und klarer bzw. leuchtender (lat. „luzid“). „Geübte Klarträumer suchen in der Nacht vor allem das Vergnügen. Am häufigsten versuchen sie sich im Fliegen oder leben sexuelle Fantasien aus“, weiß Schredl. Besonders interessant daran: Teilnehmer einer Studie bescheinigten dem luziden Traumsex sehr realitätsnahe Empfindungen.

Mehr als reines Vergnügen

Klarträume bergen jedoch noch mehr Potential als das bloße Vergnügen. Im Rahmen einer Psychotherapie können Patienten die luziden Träume nutzen um etwa ihr Leiden an Albträumen oder Phobien zu bekämpfen. Indem sich die Patienten in ihren Träumen bewusst den Angstauslösern aussetzen, können sie lernen mit ihnen umzugehen. „Im Klartraum können Möglichkeiten des Handelns gefahrlos ausprobiert werden“, so Schredl.

Auch Sportler können vom luziden Träumen profitieren. Ähnlich wie es im mentalen Training geschieht, werden Leibesübungen im Gehirn durchgespielt. Beim Klarträumen kann der Übungsprozess das Gehirn sogar noch intensiver durchlaufen. Die Sportler sind dann in der Lage komplexe Bewegungsabläufe im Wachzustand besser auszuführen.

Einige Klarträumer nutzen ihre Fähigkeiten auch beruflich. Computerspielentwickler testen beispielsweise ihre Spielfiguren und virtuellen Räume oder Designer erproben mögliche Webdesigns. Luzide Träume helfen zudem Probleme zu lösen. Im Traum denken Menschen weniger rational und dafür mehr intuitiv-assoziativ. Allerdings fällt daher das Lesen von Texten oder Lösen mathematischer Aufgaben leider nicht leichter als im Wachzustand.

 

Anleitung zum Klarträumen

Luzides Träumen ist nicht etwa eine rein angeborenen Fähigkeit, sondern kann mit etwas Übung erlernt werden. Hierzu gibt es sehr individuelle Möglichkeiten. „Die effektivste Methode sind die so genannten Realitäts-Checks. Hierbei führt man im wachen Zustand kleine Tests durch um festzustellen, ob man träumt oder nicht. Irgendwann führt man diese Checks dann auch im Traum durch“, erklärt Schredl. Bis derartige Übungen zum ersten Erfolg führen, kann einige Zeit vergehen. Bei manchen Menschen fruchten sie bereits nach wenigen Tagen, andere hingegen brauchen Monate.

Das Online-Experiment

Wissenschaftler vom Institut für Sportwissenschaften an der Uni Heidelberg haben zu diesem Thema eine Online-Studie ins Leben gerufen. Teilnehmen kann unter www.klartraum.de jeder, der Spaß am Klarträumen hat. Den Freiwilligen werden verschiedene Aufgaben für den nächtlichen Traum aufgetragen. Beispielsweise sollen die Träumenden einem anderen Traumcharakter eine beliebige Zahl mit den Fingern anzeigen. Der Gegenüber muss diese Zahl anschließend nennen. Nach dem Aufstehen sollen die Ergebnisse von den Probanden dann in einem Internetformular festgehalten werden. Die Forscher erhoffen sich auf diese Weise noch mehr Erkenntnisse über das luzide Träumen und die damit verbundenen körperlichen Vorgänge zu erlangen.

ArcobalenoSeminarOrganisation © 2012 • AGB

www.arco-baleno.de